Home » DIY » Der Lack muss ab: Holzmöbel selbst umarbeiten

Der Lack muss ab: Holzmöbel selbst umarbeiten

Upcycling ist gerade in aller Munde, weswegen viele treue Pinterest Nutzer anfangen, ihre Möbel umzuarbeiten. Seltsamerweise sieht das Ganze nicht immer so aus wie auf hübschen Vorlagen-Bildern. Holzmöbel umarbeiten ist Handwerksarbeit, bei der es erst ziemlich dreckig wird, bevor etwas Schönes daraus entsteht. Vor allem, Holzmöbel neu anzustreichen braucht viel Vorarbeit. Ran ans Schleifpapier!

Holzmöbel selbst getalten mit NATUREHOME

Lack und Öl in mehreren Schritten entfernen

Wenn Sie Ihre Möbel umarbeiten, ist vor allem der Anfang schwer. Das wichtigste zuerst: die folgende Anleitung bezieht sich auf Massivholz-Möbel, also solche, die direkt aus dem Stamm heraus gearbeitet wurden. Pressspan-Platten lassen sich nicht so einfach umarbeiten. Die Hocker, Holztabletts und Kleinmöbel von NATUREHOME sind übrigens alle aus Massivholz gefertigt. Massivholz ist meistens irgendwie behandelt, selbst wenn Sie es unbehandelt gekauft haben, haben Sie vermutlich im Laufe der Zeit Holzpolitur oder Öl aufgetragen. Ob Holzlack, Lasur, Wachs oder Holz-Öl, bevor Sie Möbel umlackieren können, müssen Sie sie abschleifen. Dabei gehen Sie vom groben zum feinen Schliff. Sie können sich zwischen Schleifpapier oder Schleifmaschine entscheiden, letztere ist vor allem bei großen Möbeln ein Muss.

Schleifen in mehreren Schritten

Um den Lack zu entfernen wählen Sie am besten ein Schleifpapier mit 40er bis 80er Körnung für den Grobschliff. Je kleiner die Zahl, desto gröber die Körnung. Sie schleifen längs zur Maserung und entfernen so sichtbare Farbschichten. Ist die Lackschicht extrem dick, können Sie sogar zum Spatel greifen. Beim Mittelschliff beträgt die Körnung 80 bis 120. In diesem Schritt können Sie auch quer zur Maserung arbeiten. Selbst wenn nach dem Mittelschliff keine Farbe mehr zu sehen ist, kommen Sie um den Feinschliff nicht herum. Vor allem bei sehr alten Möbeln wissen Sie nie, ob sich unter dem Lack vielleicht noch Öl- oder Wachsreste verstecken. Also Feinschliff mit 180er bis 240er Körnung. Sorgen Sie beim Arbeiten immer für gute Durchlüftung und saugen Sie den Schleifstaub regelmäßig weg.

Holzmöbel mit Lasur behandeln

Wenn Sie die Maserung des Holzes noch sehen möchten, verwenden Sie am besten Holzlasur. Diese pflegt und schützt das Holz, vor allem, wenn es draußen stehen soll. Außerdem gibt es farbige Lasur, die dem Holz einen kleinen Farbtupfer verleiht. Wenn Sie lasieren möchten, müssen Sie beim Abschleifen sehr sorgfältig arbeiten, damit das Ergebnis überzeugt.

Holzmöbel umarbeiten - restaurieren

Alte Holzmöbel neu lackieren

Lack muss nicht immer glänzen, es gibt auch sehr schöne, matte Töne. Vor allem, wenn Sie zwar Holzmöbel, aber keine Holzoptik mögen ist Lack für Sie die beste Wahl. Die Maserung verschwindet unter dem Lack, sodass auch ein altes Möbelstück eine cleane, moderne Optik erhält. Holzlackieren funktioniert in mehreren Schichten: Vor-, Mittel- und Schlussstrich. Beim Vorstrick lackieren Sie in Maserungsrichtung das gesamte Werksstück. Und wieder schleifen! Der getrocknete Lack trägt die nächste Schicht besser, wenn er mit 220er Körnung angeschliffen wird. Danach folgt die nächste Schicht. Trocknen. Schleifen. Und letzte Schicht.

Shabby Chic

Shabby chic mit Farbe und Kreidefarbe

Eine etwas einfachere Methode ist, das geschliffene Möbelstück mit einfacher Wandfarbe zu bemalen. Das geht natürlich auch, hält aber möglicherweise nicht so lange wie Lack und ist auch nicht für Gartenmöbel geeignet! Wenn Sie den Shabby chic Stil mögen, bei dem die Farbschichten leicht angekratzt aussehen, greifen Sie am besten zu Kreidefarbe. Diese ist sehr leicht aufzutragen, perfekt für Laien. Zwischen den Anstrichen müssen Sie nicht schleifen, denn die Oberfläche ist auf Grund der Farbstruktur bereits leicht angeraut. Für den richtigen Shabby Look brauchen Sie das feine Schleifgerät nur, um die Farbe wieder kunstvoll abzuschleifen, damit das Holz darunter durchblitzt. Kreidefarbe können Sie auch drinnen auftragen, wenn Sie keinen Garten haben, regelmäßiges Lüften genügt. Außerdem muss die Farbe nicht abgeschliffen werden, wenn Sie lieber ein einheitliches Ergebnis wollen. Um zu decken, braucht Kreidefarbe aber mehrere Anstriche. Zum Schluss versiegeln Sie alles mit etwas Möbelwachs.

Das waren die harten Fakten zum Upcycling alter Möbel. Wenn also nochmal ein Pinterest- oder Instagram-Guru fröhlich „Das habe ich gaaaanz einfach umgestrichen“ in den Beschreibungstext flötet, wissen Sie… der lügt! Aber es lohnt sich!

Redakteurin NATUREHOME

Viel Spaß beim Schleifen,
Ihr NATUREHOME-Team

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.